Die Kurzfassung ist ja hinlänglich gekürzt bekannt – sie Eintrag vor ein paar Tagen. Ich stehe also seit 2022 im Mai wieder regelmäßig bei meinem Sergeant vor der Tür. Sie lässt mich auch rein, weil wir uns irgendwie mögen. Also ich mag sie, auch wenn ich den Grund ihres dort hin gehen zu müssen mögen, nicht mag. Nach meiner ganzen „ ich versuche mich neu zu finden“ Strategie bin ich übergegangen in die „leckt mich doch am Arsch“ Strategie. Und eigentlich meine ich mich selber damit. Mein ICH kann mich mal. Ich bin mir selbst müde geworden. Ich kann mich nicht mehr leiden, ich mag so vieles nicht mehr. Ich fühle mich allein gelassen, unverstanden und von mir selbst betrogen. Mein Leben wird mir mal wieder viel zu anstrengend. Und die Tatsache das ich genau das einfach immer aufs Neue wegatmen muss, ist so ätzend. Ich schwöre es, ich habe jetzt 1,5 Jahre folgendes versucht:
1. annehmen
Nimm an was du nicht ändern kannst. Ja, das habe ich. Darin war ich glaube ganz gut. Ich habe die Felsen umschifft oder bin drüber gekrakzelt. War nicht so schlimm. So dachte ich.
2. Akzeptanz und Toleranz
Auch das habe ich gelebt. Wobei das schon schwieriger war. Denn dazu gehörte für mich auch die Toleranz mich einfach anzunehmen. Und das fürchterliche daran waren diese bröckelnden Fassadentränen. Ich mag nicht weinen! Und ich mochte es nie, weil es mir nur zeigte das etwas nicht ok ist. Und ich möchte einfach ok sein. Denn ok sein ist unauffällig sein. Sag du mir, würdest du einer weinenden Person auf der Straße, im Supermarkt, auf dem Kindergeburtstag, auf der Arbeit nicht auch komisch nachschauen? Ich habe mich selbst verstört angeglotzt. Und dann muss ich das akzeptieren. Aber wie, wenn du doch weißt das dies nur der Türöffner zur dunklen Seite ist. Mein Luzifer hat da Mechanismen eingebaut. Und wenn ich schon Angst habe, Angst zu bekommen … Akzeptanz am Arsch!
3. Wege finden
Wie leid bin ich es Wege zu finden. Wege wofür? Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe versucht einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Meine Annahme zu verinnerlichen, es zu akzeptieren und einen Weg zu finden diese Gefühlsachterbahn gesteuert zu nehmen. Das hat so gar nicht funktioniert. Ich hatte mit Scham und Selbsthass zu kämpfen. Und hey, da kam die Erleuchtung. Mach diese verdammte Tür zu. Wirf den Schlüssel weg und Sitz es aus. Ich sitze noch. Mal heulend, mal verwirrt und mal neben mir , denkend. Ich suche noch die Tür, die mir gebracht wird. Denn ich will gehen. Gehen zurück in mein fast altes ICH. Es war bestimmt nicht geil, Aber sicherer. Da kannte ich die Regeln und die Wege dort zu bleiben.
Tag heute Stand heute
Ich bin nach wie vor in der Sabbeltherapie. Und ich habe gemerkt das es mal irgendwie vorwärts gehen muss. Aber so richtig klappt das nicht. Mein Sergeant ist Roheiig unterwegs. Sie vermutet das die goldene Schublade zuckt und von innen rüttelt. Sie fragt mich in der vorletzten Sitzung ob wir da mal genauer dran arbeiten müssen. An dem Trauma von damals, früher und das warum. Müssen wir das? Wovor habe ich wohl mehr Angst?! Die vorletzte Sitzung- genau. In der letzten Sitzung hatte ich Anderes zu besprechen. Ein Trigger der eigentlich alles von allein erwachen lässt. Eine VG unter k.o. Tropfen. Nicht an mir. An meine Tochter.
Wie geh ich damit um? Ein so schweres Thema. Es benebelt mich. Es lässt mich sofort auf Autopilot umschalten. Tausend Bilder kommen in Sekunden hoch und bin sofort bereit sie mit Terfarbe zu übertünchen. Leider klebt es überall und es stinkt. Dieses ganze Thema klebt an mir wie Dreck und Elend. Ich benehme mich also gar nicht. Ich kümmere mich nicht, ich verstecke mich vor meiner Mutterverantwortung, hinter tausend Ausreden und hinter meiner großen Angst. Angst vor mir, vor der Wahrheit und der Enttäuschung. Wer fängt mich auf wenn die Schubladen tanzen?! Und wie? Und die Wahrheit ist am Ende unerheblich. Als Frau bist du gefälligst in der Lage es durchzustehen. Es auszuhalten und weiter zu machen. Es gibt weder Heilung noch Befriedigung. Lebe damit. Erfülle deine Pflicht aber lebe damit. Und nun sag du mir liebe LeserIn, war es nicht der Wind vor 1,5 Jahren der jetzt zum Sturm wurde. Und ich werde keinen Sturm mehr trotzen. Ich drehe mich um und werde gehen. Man bringe mir die
TÜR!