Der Sergeant ruft zum Gespräch

Wenn ich zu meiner Therapeutin gehe, ist das wie das öffnen der Wundertüte. Einmal ist es ok, und ein anderes Mal kommt zum Vorschein was ich gar nicht mag. So auch gestern.

Nichts ahnend und natürlich mit mir hadernd ob ich überhaupt hingehen möchte, saß ich nun da. Ich habe ihr auch wirklich meine Gedanken und schwankende Gemütslage mitgeteilt. Freude darüber sieht wohl anders aus. also sowohl bei mir als auch bei ihr. Ich hasse es einfach, nicht gleichbleibend glücklich, motiviert oder neutral zu sein. Aber DAS ist vermutlich ein völlig normales Verhalten. Ich empfinde es wohl nur extremer als ihr/du.

Es wurde wohl etwas aufgebauscht was evtl gar nicht so dramatisch ist?! Naja, ich war es los und sie ist ja die Fachfrau. Nun, zu der Option der altüblichen „Happypillen“, sie könnten helfen, kam wieder dieses komische Thema Sexualität auf. Und Jo, damit hat sie mich ja mal richtig überrascht, überrannt, genötigt, verzweifelt und zum Denken angeregt. Gleich vorab, mein Mann hatte folgende Reaktionen darauf parat: schallendes Lachen ,(für mich völlig unverständlich) Hinterfragen der Sinnhaftigkeit und Erläuterungen was in den letzten 20 Jahren doch gar nicht so war. Bei mir ist das anders in der Erinnerung. Nicht unbedingt schlechter oder besser. Einfach Anders. Und mir haben meine Exkursionen Spaß gemacht, ich habe viel gelernt über Menschen, mich und dem Drumherum. Über die Libido von euch, meine ist ja irgendwie abhanden gekommen, und der Weg dorthin. Aber ich habe auch verstanden warum ich das alles nicht mehr möchte. Ich habe keine Kraft und Motivation mehr enttäuscht zu werden. Von meinem Körper und meiner Vorstellung von Spaß am Sex. Den gibt es nämlich faktisch nicht. Und ja, ich habe mit meinem Mann eine Art Sexleben geführt. Aber das war viel mehr. Und DAVON spricht mein Sergeant ja nicht. Das Ausmaß kennt die auch nicht. Sie redet von den zweisamigen Bedürfnissen. Ob ich die nicht vermisse. Und ob! Mehr und oft. Aber meine erste Reaktion darauf: ich habe kein Vertrauen in meinen Körper. Er wird es mir nicht schön machen. Und hinzu kommt ja auch das es bis zu meinem vollendeten Spaß am Sex kommt, einen Marathon an Vorbereitungen, Verhaltenscodex, und Abhandlungen kommen muss. Denn mein Mann sollte ja möglichst teilhaben. Und Zack, da ist mein Hirn nicht mehr bereit mitzumachen. Sofort streicht mein Kopf den Gedanken daran, das es mit Freude oder gar Lust verknüpft ist. Und natürlich kommt dann die allgemeine Frage auf, warum ich so kopflastig an die Sache herangehe. Fragen sie doch bitte dieses meinen Kopf.

Mein Sergeant weiß natürlich woher es rührt – ich habe eine Geschichte und diese hat dazu beigetragen das mir diese Zweisamkeiten eben nicht als natürliches Lust in Erinnerung sind. Mein Körper sagt meinem Geist dazu einfach: hey, Gefühle bitte jetzt auf „Brötchen kaufen Modus“ stellen. und ehrlich liebe Leserin, ist Brötchen holen nackt mit einem Partner und sehr hohen Erwartungen Lustvoll? Eher belustigend. Darum wohl auch das schallende Lachen meines Mannes.

Mein Sergeant hat folgendes Angeboten:

Machen sie bitte eine Sexualtherapie. Es wird ihnen helfen den neuen Sex von ihrem heute, neu zu akzeptieren. Ihren Körper wieder mit dem Geist in Einklang zu bringen.

Nein.

Sie hat gesagt ich soll lernen nein zu sagen. DAS war die Antwort auf meine Sorgen gestern – vorgeschlagen von meinem Mann!

I‘m Fine. Und bald vermutlich auch wieder so richtig vögelnd 😂

Warten auf ein Zeichen

Es gibt Lebensphasen da habe ich viele Gedanken an das Leben wie es war, wie es geworden ist und was ich noch draus machen kann. Aber dazu gehört auch sehr oft, was haben anderen Begegnungen mit mir und aus mir gemacht.

Mein Hobby z. B. Es war so eine prägende Zeit als Tanzmariechen. Ich hatte schon sehr früh Erfolg durch Leistung. Und die Anerkennung war schön. Ich schrieb es bereits ausführlich in einen meiner Beiträge der Vergangenheit. Aber, ist das gut für so ein junges Mädchen? Ich war keine 10 Jahre alt. Also glaube ich. Und dann diese alten Menschen um uns herum. Das ist ein Sport, der besteht aus Sarkasmus (die Bütt), Alterswehmut und Alkohol. Da ist er wieder. Ich habe gehört, schon vor einigen Jahren, das einer der Präsidentschaften es mit den kleinen Jungs gern hatte. Ich könnte kotzen. Aber auch frage ich mich, wie konnte das denn nicht auffallen? Diese Präsidentschaft hat es nur bis in den Bau geschafft in seiner Herrschaft. Nicht aber wegen der Übergriffe. Die haben NUR Bewährung gebracht. Ich denke oft an die Jungs, die es erleben mussten. Dabei kenne ich sie nicht. Und ich denke daran ob Karma zu viel zu tun hat und diese Täter vergisst oder übersieht? Und dann wir Mädchen! Auch da suche ich in meinen Schubladen. Aber ich weiß ich werde, zum Glück, auch nichts finden. Denn ansonsten wüsste ich auch von dem Rest drumherum nichts mehr. So funktioniert das mit meinem Schubladensystem nämlich. Geht eine auf, scheint das Licht so hell, das nichts anderes mehr sichtbar wird. Aber bitte, denke nicht das es ein schönes Licht der Erleichterung ist. Es ist eher das Licht eines schädlichen Atompilz.

Zurück zum Sport.

Dann kam das richtige Tanzen. Und da habe ich gelebt. Die Pubertät mit genau diesem Sport überstanden. Und wenn ich daran denke, fallen mir wirklich kleine Dinge ein. Wie z. B. was ich gern für Süßes nach dem Training gegessen habe. Das wir damals die ersten Vilsa Zitrone aus der Flasche hatten. Das war der Knaller und ich kann mich genau an den Geschmack erinnern. Die Busfahrten hin zum Zraining, und auch der Bringservice meines Erzeugers, wenn wir zu spät dran waren. Viel mehr ist da aber eben nicht. Und das finde ich letztlich schade. Schade um meiner womöglich weiteren schönen Erlebnisse oder Gefühle. Die ja offensichtlich auch da waren.

Aber nun warte ich immer öfter auf ein Zeichen. Ein Zeichen aus dem Universum oder woher auch sonst. Das die Menschen die böse und unverdient anwesend waren in meinem Leben, das Karma küssen. Egal wie. Aber leider passiert nichts. Oder ich erfahre es nicht. Diese Frage stelle ich mir. Wie wird es meiner Gefühlswelt damit gehen wenn mein Erzeuger geht. Für immer. Wird es Schubladen öffnen, werde ich Dinge bereuen, nicht getan zu haben, werde ich Erleichterung spüren. Wann wird das sein?

Und ab und an merke ich wie mir eine echte Vaterfigur im Leben gefehlt hat. Oder fehlt. Ich werde älter und reflektierter wie mir scheint.

I‘m Fine.

Déjà-vu

Als Déjà-vu [deʒaˈvy] (französisch déjà vu  ‚schon gesehen‘) wird eine Erinnerungstäuschung bezeichnet, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben.[1][2] Dabei scheint – trotz eines starken Erinnerungsgefühls – Zeit, Ort und Kontext der „früheren“ Erfahrung ungewiss oder unmöglich.[3][4]

Im Französischen wird dieses psychische Phänomen u. a. in folgende Formen aufgeteilt: Déjà-entendu [deʒaɑ̃tɑ̃ˈdy] bzw. Déjà-écouté (‚schon gehört‘) oder Déjà-vécu[5] [deʒaveˈky] (‚schon erlebt‘), Déjà rêvé (‚schon geträumt‘ (bzw. vorgestellt)).[6][7] Quelle:Wikipedia

Gestern Heute Morgen IMMER!?

Mein „Termin“ beim Sergeant gestern war wie nie, wie immer, wie jemals. Es ist wirklich so oft identisch. Ich mache mir Gedanken über das was wie lange und warum. Und letztlich regelt sie das schon. Ich sage ihr wie meine Gemütslage ist und die filtert ganz neben bei heraus wie „gut“ es mir letztlich geht. So ist zumindest meine Vermutung. Und ich habe festgestellt das mich bei Verdunklung im Oberstübchen eines umtreibt:

Die Grundsatzfrage des Seins!

Ich hinterfrage alles. Ich wäge ab und ich sichere was ich habe. Ich sage mir sehr deutlich was ich halten möchte und was mich belastet. Ist das wohl eine Art Selbstreinigung oder doch eher Selbsgeiselung? Und was ich auch feststelle. Es bringt mich nicht vorwärts. Weil es ein Deja-vu ist. Etwas bereits erlebtes und mit richtig auf die Nerven gehendes. Sobald ich die Lösung für das Ende dieser Geschichte habe, werde ich es dir mitteilen liebe Lerserin.

Nun zu den wichtigen Dingen

Ich habe Urlaub. Also so ein bisschen. Wie immer. So richtig ist es nie Urlaub. Warum denn? Ich grenze mich nicht ab, ich möchte alles mitbekommen oder niemanden vernachlässigen. Ach wie dumm das ist. Und darum werde ich diese eine Woche einfach niemandem antworten der nicht in meinem Privatleben lebt. Keine Geschäftlichkeiten, keine Seelsorge über unverheiltes, keine Fragen zu Bildern die gefallen könnten und keine Fragen zu irgendwas. Macht euren Scheiß einfach mal alleine. Und heute fange ich fast damit an. Ein Geburtstag ist heute. Nicht meiner, Gott sei Dank dauert der noch. Nein, mein Mann, mein Freund und meine Seeelenhälfte hat Geburtstag. so in etwa hat er mich auch bezeichnet vor ein paar Tagen oder Stunden. Das gefiel mir ganz hervorragend. Und um so trauriger ist es, das er ein Jahr älter wird. Wir werden beide älter und gefühlt läuft die Zeit gegen uns. Aber heute nicht, heute ist es erst einmal schön. Auch wenn wir uns nicht viel sehen – ich habe ja nur ein bisschen Urlaub.

Früher war mein witzig gemeinter Spruch immer: ich habe mir einen alten Mann gesucht, damit ich noch mal neu starten kann wenn es zu Ende ist. Wie krass es doch ist. Und ja, so ist es wohl gewesen in meinem Kopf. Und heute, heute macht es mir viel zu viel Angst. Allein sein! Das will ich immer und nie. Ich bin Zwilling, zwar in den letzten Zügen der Phase des Monats, oder den ersten. Ich habe keine Ahnung. Aber was ich weiß, ich bin ambivalent.

Lassen wir den Tag beginnen – und auf wenig Dramen innen und außen stoßen. I‘m Fine !

20 Minuten

Ich sitze in meinem Auto und habe 20 Minuten Zeit. Zeit die es zu überbrücken gilt. Und meine Motivation ist gleich null. Ich habe eigentlich zu gar nie nichts Lust. Und selbst dazu nicht. Was habe ich denn gleich mit meinem Sergeant zu besprechen? Da ist einfach nichts in meinem Kopf. Und ich bin wirklich müde heute. Die ganze Woche verwechsle ich Wochentage und Termine. Ein Grund mehr, keine Termine zu machen. Einen wichtigen Termin habe ich allerdings in diesem Jahr noch. Meinen Geburtstag. Und ich bin in einer sehr lustigen Stimmung auf die dolle Idee gekommen, ich mache eine Party. Und irgendwie bereue ich es jetzt schon. Auch dazu habe ich keine Lust. Ich mache mir solche Gedanken ob es gut wird, ob sich keine langweilen wird, ob ich eine gute Gastgeberin sein werde und ob das Essen schmeckt. Und die Kosten! Es wird einfach exorbitant teuer. Was könnte ich mit dem Geld alles machen. Zu spät. Ich hatte noch nie Interesse an meinem Geburtstag. Für mich ein lästiges nett sein und lächeln. Enttäuschungen weglecken und artig bedanken. Nun ja, die Menschen sind geladen, der Saal gemietet und die Musik wie Essen bestellt. Ob es auffallen würde wenn ich nicht käme? Immerhin hätten die Gäste ja alles was es braucht. Noch etwa 15 Minuten. Ob sich ein powernap noch lohnt?!

Bimmelim – eine Tüte Pommes bitte – oder doch lieber mehr vom weniger.

Ich bin noch da und habe auch irgendwie ein schlechte Gewissen mir selbst gegenüber. Ich vernachlässige doch tatsächlich meine Prinzipien – ist ab und an gar nicht so schlecht. Meine Gedanken kreisen oft – leider auch nicht immer in so schöne Richtungen. Diese Sache mit den „Stimmungsschwankungen“ oder Verdunklungsrollos im Gehirn sind wirklich so eine Sache. Ich weiß ja das es Arbeit ist. Arbeit sich nicht darin zu verlieren, Arbeit sich auf das Gute zu fokussieren, Arbeit das Leben dabei nicht zu vergessen und natürlich auch Arbeit, sich selbst mit seinen eigenen Verpflichtungen nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin nun schon so viele Jahre damit beschäftigt, damit NICHT beschäftigt zu sein.

Ich habe Neues ausprobiert. Tatsächlich traue ich mich mittlerweile einiges, was ich mir viele Jahre einfach nicht mehr erlaubt habe. Ich trinke gern mal ein Gläschen mit Freunden und Familie. Und hey, mein Gehirn schreit so laut! (Von meinem Umfeld, welches mich so gar nicht kennt, will ich gar nicht erst anfangen). Es schreit in etwa sowas: Lass es, in deiner Vergangenheit hat es dir nie Gutes beschert. Alkohol benebelt, lässt dich die Kontrolle verlieren. Ja, Alkohol ist ein großer Trigger für mich. Er wirft mich indirekt immer wieder in Zeiten zurück, die ich nicht kenne, nicht kennenlernen will und kann. Aber er ist auch etwas was zu einer Gesellschaft gehört. Wie dumm das doch ist. Und tatsächlich gibt es eine Schublade in meinem Oberstübchensekretär , die so etwas wie Suchtpotential enthält. Ich kann es gar nicht beschreiben. Mein Unterbewusstsein weiß – oder meint zu wissen – das ich gefährdet bin. Menschen mit extremen Erfahrungen leben gern selber in Extremen. Das ist mir bewusst und habe ich in meiner Vergangenheit nicht nur einmal ausprobiert. Eine der Gründe warum ich von Drogen ganz flott die Finger gelassen habe. Und weil der Scheiß noch mehr Kontrolle nimmt als irgendetwas anderes überhaupt! Ich möchte ab und an auch „vergessen“ das ich das Vergessen in Person bin. Ach das ist also eines meiner neuen alten Grenzerfahrungen. Und wirklich, ich könnte sofort Alkoholiker werden, ich habe vor nichts dergleichen Angst. Man könnte meinen mir ist es gerade scheiss egal. Und doch, ich habe da eigentlich sehr große Angst vor gehabt, und es darum immer schön gelassen.

Ich Kenne Meine Grenzen, Ich Überschreite Sie Oft Genug.

ein Magnet an meiner Magnetwand

Ich erfinde mich aber auch gerne neu. Oder finde zu alten Gewohnheiten zurück. Neu ist z.B. das ich allein nächtige. Das ist mir sehr schwer gefallen. Eigentlich habe ich Angst alleine in Schlafzimmern. Und genau genommen schlafe ich lieber allein als mit Fremden oder Freunden in einem Zimmer. Das ist so ein Ding. Wohl auf einen meiner Kindheitstraumata zurück zu führen. Ich versuche es mal zu erklären. Ich kann nur in ein zuverlässigen Tiefschlaf fallen, wenn ich mich sicher fühle. Kein Licht mich stört, keine ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Geht vermutlich jedem Menschen so und ich steigere mich dort nur hinein. Wenn wiederum jemand neben mir liegt, den ich zwar kenne, aber nicht mein Lebenspartner ist – und den habe ich ja schon Jahrtausende und somit ist das lange nicht mehr vorgekommen, bin ich bei einer Aufmerksamkeitsspanne von 300! Zurück zu dem alleine schlafen. Mein Mann hat komische Gewohnheiten und Geräusche die mich mittlerweile sehr in meinem Schlaf erschrecken. Der Husten (er raucht und es ist vermutlich ein Raucherhusten) lässt mich richtig hochschrecken und ich bekomme Herzrasen davon. Es ist traurig auf der einen Seite, aber auch schädlich für meine Gesundheit wenn ich nicht durchschlafen kann. Und dann gibt es auch so rein körperliche Aspekte die mich stören. Ich werde immer empfindlicher was Gerüche angeht. Und mein Mann ist das nicht so – also empfindlich. Er trägt sein Tagesshirt auch nachts. Ich erinnere, er ist Raucher. Sagt ja schon alles für mich. Solange dies so ist, scheint es ihm nicht so wichtig zu sein neben mir zu liegen. Das hat mich verletzt. Aber aktuell ist es wohl eine gute Sache. Ich lese immer wieder das ein getrennter Schlafraum eigentlich viel besser für jeden ist. Ach naja, und es erfrischt doch auch irgendwie die Partnerschaft. Ich erinnere kurz, wir sind nicht körperlich.

Mein Sergeant fragt genau DAS:

Frau P, wie ist das mit ihrem Mann und ihnen? Wie? Wie soll das denn sein? Naja, haben sie keine Bedürfnisse? Nein. Fragendes Gesicht schaut mich an. Was soll ich ihr denn sagen? Das ich alles erlebt habe in meinem Leben. Das ich jeden Blödsinn gemacht habe. Das mein Körper überhaupt kein Verlangen nach Anfassen oder Zärtlichkeiten hat? Okay, das habe ich ihr sanft erzählt. Ich bin mir sicher das sie wirklich jeden Scheiss schon gehört hat in ihrer Praxis. Aber ich möchte nicht so zu den krassen gehören. Das stimmt nämlich so gar nicht. Ha, und da geht es mir fast so wie mit dem Alkohol. Ich bin so oft enttäuscht worden im Leben. Mein Körper oder das Gefühl da drin, was für das Gefühl für da draußen zuständig ist, ist ganz fest verschlossen in einer Schublade. Da gibt es weder einen Knauf, ein Schloss noch irgendetwas was sich öffnen ließe. Ich möchte es immer mal wieder probieren, aber dann kommt eine Mauer (wer will schon eine Mauer bauen) die sich wie ein Stahlkäfig um mich legt und alles unnahbar erscheinen lässt. Es ist für mich keinerlei Empfinden oder Wärme spürbar. Mein ganzer Körper geht auf FUNKTION. Abläufe. Ich weiß was zu tun ist, aber ich tue es nicht aus mir heraus. Und weißt du was liebe Leserin, das tut mir selber ja am allermeisten weh. Ich möchte nicht egoistisch sein. Ich möchte auch niemanden verletzen mit falschen Gefühlen oder Theaterspiel. Wäre das nicht äußerst unfair? Genau. Und da wäre ich dann wieder bei dem Leben was mich anstrengt. Ich muss dann anderen Menschen gerecht werden, obwohl ich weiß das ich mir damit niemals gerecht werde. Wie oft habe ich es versucht. Mit fremden Männern und Frauen. Mit Dicken und Dünnen, mit Betrunkenen, mit Dominanten, mit Devoten, mit Dummen (das war eine Qual), und letztlich mit meinem Mann. Alles hat mich nicht glücklich gemacht. Einiges hat mich kurzzeitig glauben lassen das es das Glück sehr nahe kommen lässt. Aber rein weg gar nichts hat mir dauerhaft das Gefühl gegeben meinem Körper zu gehören oder die Kontrolle wieder zu erlangen. Eines ist für mich denkbar und niemals weg – die Dominanz und das Machtgefühl. Herrin der Lage, des Lebens und dem Körper mir gegenüber zu sein. Aber auch das strengt sehr an. Ich bin einfach müde. Ich bin viel zu oft müde. Und nun frage ich dich, wie soll ich das denn meiner Therapeutin erklären. Und was sollte denn daran irgendetwas ändern? Also Haben wir das Thema in der Sitzung damit beendet das ich eben keine Bedürfnisse habe.

Ich erinnere kurz – ich hasse es umarmt zu werden oder das mich Menschen in ihre Zone ziehen wollen. Aber wie zur Hölle sagt man es Menschen, die man nicht kennt oder nicht so kennt wie sie mich kennen müssten um zu verstehen. Ihr normalen Menschen habt es echt gut. Ihr mögt so ein Gefummel.

Die Gesundheit, die man sieht.

Ich mache es kurz. Ich fühle keine Auffälligkeiten und es gibt keinen Arzt der etwas sieht. Es ist also alles tiptop. Mein neuer, ganz toller und empathischer Frauenarzt ist völlig unverhofft gestorben. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre. Nun findet Frau ja nicht mal eben einen Neuen. Ich hatte Glück, es gibt noch eine die sich erbarm mich aufzunehmen. Und auch hier habe ich einfach beschlossen gehabt, brauche ich nicht. Lass laufen, was ich nicht weis, macht mich auch nicht krank. Die Gleichgültigkeit ist so wunderschön zu Weilen. Es ist eben nicht immer nur die Lebensmüdigkeit. Ab und an ist es auch einfach nur die Faulheit sich neu zu erfinden.

I´m fine!

Ist diese Frage legitim?

Was ist dein Traumjob?

Wenn ich denn wüsste was ein Traumjob so kann.

Vermutlich habe ich eine Mischung aus Traum – und Notwendigkeitsjob. Ich liebe sie beide, und darum könnte ich mir keinen davon autark vorstellen. Und wie wäre es wohl mit einem Job, täglich die gleichen Abläufe? Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber vermutlich nur, weil ich eben den Traumjob nicht habe.

Wo steht eigentlich die Tür zum Ausgang?

Die Kurzfassung ist ja hinlänglich gekürzt bekannt – sie Eintrag vor ein paar Tagen. Ich stehe also seit 2022 im Mai wieder regelmäßig bei meinem Sergeant vor der Tür. Sie lässt mich auch rein, weil wir uns irgendwie mögen. Also ich mag sie, auch wenn ich den Grund ihres dort hin gehen zu müssen mögen, nicht mag. Nach meiner ganzen „ ich versuche mich neu zu finden“ Strategie bin ich übergegangen in die „leckt mich doch am Arsch“ Strategie. Und eigentlich meine ich mich selber damit. Mein ICH kann mich mal. Ich bin mir selbst müde geworden. Ich kann mich nicht mehr leiden, ich mag so vieles nicht mehr. Ich fühle mich allein gelassen, unverstanden und von mir selbst betrogen. Mein Leben wird mir mal wieder viel zu anstrengend. Und die Tatsache das ich genau das einfach immer aufs Neue wegatmen muss, ist so ätzend. Ich schwöre es, ich habe jetzt 1,5 Jahre folgendes versucht:

1. annehmen

Nimm an was du nicht ändern kannst. Ja, das habe ich. Darin war ich glaube ganz gut. Ich habe die Felsen umschifft oder bin drüber gekrakzelt. War nicht so schlimm. So dachte ich.

2. Akzeptanz und Toleranz

Auch das habe ich gelebt. Wobei das schon schwieriger war. Denn dazu gehörte für mich auch die Toleranz mich einfach anzunehmen. Und das fürchterliche daran waren diese bröckelnden Fassadentränen. Ich mag nicht weinen! Und ich mochte es nie, weil es mir nur zeigte das etwas nicht ok ist. Und ich möchte einfach ok sein. Denn ok sein ist unauffällig sein. Sag du mir, würdest du einer weinenden Person auf der Straße, im Supermarkt, auf dem Kindergeburtstag, auf der Arbeit nicht auch komisch nachschauen? Ich habe mich selbst verstört angeglotzt. Und dann muss ich das akzeptieren. Aber wie, wenn du doch weißt das dies nur der Türöffner zur dunklen Seite ist. Mein Luzifer hat da Mechanismen eingebaut. Und wenn ich schon Angst habe, Angst zu bekommen … Akzeptanz am Arsch!

3. Wege finden

Wie leid bin ich es Wege zu finden. Wege wofür? Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe versucht einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Meine Annahme zu verinnerlichen, es zu akzeptieren und einen Weg zu finden diese Gefühlsachterbahn gesteuert zu nehmen. Das hat so gar nicht funktioniert. Ich hatte mit Scham und Selbsthass zu kämpfen. Und hey, da kam die Erleuchtung. Mach diese verdammte Tür zu. Wirf den Schlüssel weg und Sitz es aus. Ich sitze noch. Mal heulend, mal verwirrt und mal neben mir , denkend. Ich suche noch die Tür, die mir gebracht wird. Denn ich will gehen. Gehen zurück in mein fast altes ICH. Es war bestimmt nicht geil, Aber sicherer. Da kannte ich die Regeln und die Wege dort zu bleiben.

Tag heute Stand heute

Ich bin nach wie vor in der Sabbeltherapie. Und ich habe gemerkt das es mal irgendwie vorwärts gehen muss. Aber so richtig klappt das nicht. Mein Sergeant ist Roheiig unterwegs. Sie vermutet das die goldene Schublade zuckt und von innen rüttelt. Sie fragt mich in der vorletzten Sitzung ob wir da mal genauer dran arbeiten müssen. An dem Trauma von damals, früher und das warum. Müssen wir das? Wovor habe ich wohl mehr Angst?! Die vorletzte Sitzung- genau. In der letzten Sitzung hatte ich Anderes zu besprechen. Ein Trigger der eigentlich alles von allein erwachen lässt. Eine VG unter k.o. Tropfen. Nicht an mir. An meine Tochter.

Wie geh ich damit um? Ein so schweres Thema. Es benebelt mich. Es lässt mich sofort auf Autopilot umschalten. Tausend Bilder kommen in Sekunden hoch und bin sofort bereit sie mit Terfarbe zu übertünchen. Leider klebt es überall und es stinkt. Dieses ganze Thema klebt an mir wie Dreck und Elend. Ich benehme mich also gar nicht. Ich kümmere mich nicht, ich verstecke mich vor meiner Mutterverantwortung, hinter tausend Ausreden und hinter meiner großen Angst. Angst vor mir, vor der Wahrheit und der Enttäuschung. Wer fängt mich auf wenn die Schubladen tanzen?! Und wie? Und die Wahrheit ist am Ende unerheblich. Als Frau bist du gefälligst in der Lage es durchzustehen. Es auszuhalten und weiter zu machen. Es gibt weder Heilung noch Befriedigung. Lebe damit. Erfülle deine Pflicht aber lebe damit. Und nun sag du mir liebe LeserIn, war es nicht der Wind vor 1,5 Jahren der jetzt zum Sturm wurde. Und ich werde keinen Sturm mehr trotzen. Ich drehe mich um und werde gehen. Man bringe mir die

TÜR!

Palim Palim

Ist das zu glauben – Weihnachten ist im Anmarsch!

Und ich hasse es fast so wie früher. Warum weiß ich genau. Es ist für mich ein Trauma in drei Akten. Der erste beginnt mit der Schmückerei. Also das allein genommen wäre ja ok. Wenn ich nicht vorher alles putzen müsste, kommt ja sonst nicht so gut wenn die Fenster grau und die Bänke staubig sind. Und wisst ihr was liebe LeserInnen, es juckt wirklich NIEMANDEN ob du geputzt hast. Dann musst du vorhandene Deko irgendwo lassen – im schlimmsten Fall auf den allerschlimmsten Messidachboden der Welt. Dann holst du die Deko für 4-5 Wochen runter und ballerst den Kitsch im Haus irgendwo hin. Fällt niemandem auf und gratulieren wird dir dafür auch keiner. Dann geht das Drama richtig los. Akt ZWEI beginnt. Ich habe Akt EINS dieses Jahr gestrichen.

Nun Geschenke besorgen. Ich bin ein Fuchs, ich mache das ab Sommer verteilt. Außer für den Gatten – der will ja nichts und wenn ich doch was besorge will er es erst recht nichts. Tauscht es um, ist beleidigt weil das Nichts zu teuer, hässlich oder dumm ist. (hier kämen wir dann zum dritten Akt) Habe ich alles erlebt, es gab kein Weihnachten wo es ein glückliches Geschenken gab. Oder ich habe es in der Flut der Traurigkeit verdrängt.

Ich schenke so gerne, wirklich! Aber wenn es undankbar oder gar verhasst wird ist es eine Komödie in der ich nicht sein will. Also schenke ich nur noch denen die es wenigsten Fake zu schätzen wissen. Vielleicht sollte ich mir überlegen ob ich einfach eine unfähige Verschenkerin bin!? Ich werde das prüfen. Dann kommt das verpacken, was ich auch gerne machte. Also früher. Alles in Allem ist mir auch da die Lust abhanden gekommen.

Und nun kommen wir zum DRITTEN und schlimmsten Akt. Das Fest der Liebe. Weil irgendein Depp der Meinung war, es drei Tage so richtig krachen zu lassen hockt die deutsche Durchschnittsfamilie geduscht und gekämmt (nicht alle Familienmitglieder sind der Meinung dies tun zu müssen) in der Glitzerbude. Weil es in Deutschland ja eher nicht so winterwonderlandig ist, bleibt man eher drin. Ich habe wirklich jahrelang versucht die Familie bei Laune zu halten. Wir erinnern uns, es war überall geputzt und schön. Es gab selbstgekochten scheiss (das Einkaufen dafür ertrage ich nur mit lauter Musik im Ort) wo jeder was dran zu meckern hatte. Und natürlich durfte das Glockengebimmel vom Feinsten nicht fehlen. Ich mochte es wirklich! Naja, bis zu dem Zeitpunkt wo ich gemerkt habe das alle bedacht wurden.

Nur ich nicht.

Geschenke waren weder vorhanden oder gar mit Liebe bedacht. Ich wäre schon glücklich wenn jemand ehrlich geholfen hätte oder gesagt hätte: scheiss auf das Theater ich entführe dich dorthin wo es weniger dramatisch ist. Du siehst, auch ich kann träumen. Sie kamen verzögert, also die Geschenke, weil Weihnachten so plötzlich kommt, oder der Postbote ausgerechnet auf seiner Tour zu uns besoffen war. An Ausreden gab es fast alles. Und liebe Leserin , ich will gar keine Geschenke, aber wenn zum Teufel mir wer was schenken will dann bitte mit Liebe und richtig! und darum hasse ich es, mir Geschenke zu machen. Oh ich merke gerade eine Synapse. Vielleicht hassen sie meine Geschenke ja auch?

Und wenn die drei Könige dann endlich angekommen sind im Januar, werde ich wieder putzen, räumen und fluchen. NICHT! Ich bin zu einem echten Grinch geworden. Und dieses Jahr ist die Krönung. Ich plane extra außerhäusig zu zelebrieren – für das Enkelkind geht der Blödsinn nun wieder von Vorne los. Und dann fällt „außerhäusig“ ein krank zu werden. Aber man meint es gut zu mir und stellt mir zwei Schweinefilet und ein Glas Miracle Whip Joghurt vor die Tür. Daraus könnte ich ja essen machen für uns, und dann könnten wir zusammen kommen. What the FUCK?!

Okay, ich nehme alles und habe artig ja gesagt. Ohrfeigen sollte ich mich. Die Prinzessin kommt auch zu Besuch – mittlerweile ist sie zur ganzen Größe einer Königin herangewachsen. Voller Allüren und Anforderungen. Den Gatten habe ich mit Einkaufslisten entsannt. Oh ja, er war einkaufen. Nur die Listen hat er vergessen. What the FUCK?! Wie geht das!? Ich fühle mich zu dieser Zeit einfach immer und seit Jahren komplett verarscht. Und darum hasse ich Weihnachten. Und Geburtstage auch. Als Mutter machst du es den Kindern schön. Als Frau dem Mann. Und wenn du Geburtstag hast – allen Anderen die kommen. Finde den Fehler.

Wie genau bin ich jetzt eigentlich auf dieses Thema gekommen?

Ach ja, weil morgen der 23.12. ist und ich mich schon jetzt über alles ärgere was meinen Ansprüchen nicht entspricht. Und das ist an diesen Tagen eigentlich alles. Weil es die ja gar nicht geben sollte. Diese Tage.

Nun werde ich mich in einem neuen Beitrag dem Jahresrückblick widmen.

I‘m fine – so long!

Hui schon Dezember 2023

Wo ist das Jahr nur geblieben. Ich habe es irgendwie verwirrwart. Oder anders gesagt, es hat mich einfach zurück gelassen. Eigentlich ist gar nichts passiert im „nichts“ und das ist ganz großartig. Aber, ja bei mir gibt es leider immer ein total blödes aber. Ich mache die Kurzform: Wiedereingliederung im Februar abgeschlossen, 3 Monate gearbeitet, kurz gestolpert und eine kleine Daumen-Op vollzogen. Die ging nicht so gut aus. Daumen etwas unflexibel geblieben. insgesamt 7 Wochen krank. Dann 5 Wochen Urlaub gemacht und dann in die Reha für 5 Wochen. Und schon bin ich wieder in der Wiedereingliederung- Woche 4 angekommen.

Nun ist bald der 3 Advent

Wenn ich auf mein Jahr zurückblicke kann ich schon sagen das mich meine Gedanken soooo oft an 2016 zurückerinnert haben. Wie oft habe ich mir in den letzten Jahren gebetsmühlenartig gepredigt niemals wieder so labil und angreifbar zu werden. Und letztlich kam es doch so. Ich war müde, erschöpft und ausgelaugt. Von allem und nichts. Von meinem Kopf, meinen Ängsten und meinen nicht Angst haben wollen. Das strengt an. Und es ärgert mich so sehr, das ich es nicht schaffe diese dummen depressiven Phasen einfach weg zu lächeln, anzunehmen, zu begrüßen und wieder auszuladen. Mich ärgert es so maßlos. Es ist eine Schwäche, eine Dummheit und Zeitverschwendung. Ich hasse es so sehr. Und immer wieder dieses müde sein von all dem unsinnigen neben sich stehen, sich selbst wieder aufzumuntern. Und völlig ungefiltert und unreflektiert fühlt es sich an als hätte ich das ganze Jahr damit verbracht.

Seitenhiebe

Auf meinem bescheidenen Weg kommen für mich aber auch immer wieder Seitenhiebe, Gedankendiebe und falsche Liebe. Auch das wirft mich immer erneut aus der Bahn. Ich lerne und lerne, aber die Note unterm Strich reicht für das GOLDENE BUCH nie aus. Meine Kinder, meine Ansprüche, meine Belastbarkeit und meine Gesundheit. All diese Schlagworte sind mehr als nur Worte. Ich werde mich ausführlich darum kümmern … in meinem nächsten Blog.

Mein Leben Teil II

Wie sollte ich es sonst nennen, nach dem „nichts“ in meiner Brust.

Erst heute habe ich irgendwem erzählt das mein Leben im Grunde von vorne beginnt. Nicht heute, nein eher so ab 2022. Nach all den Behandlungen und Erwachen. Ich war mir ja so sicher das ich das alles einfach mitmache und dann wieder schick mein altes Leben aufnehme.

Und da lacht dir das Leben herzhaft entgegen!

Wir haben schon 2023 und eigentlich will ich dem ganzen Zinnober nicht mehr Raum geben als Nötig. Aber das gehört nun leider zu mir. Also der Blödsinn mit dem „nichts“. So will es mal niederschreiben. Nicht das was wir schon kennen- siehe meine Einträge, nein das was sich dazwischen abspielte und was es mit mir machte. Und vielleicht noch heute macht.

Mein Leben Teil II, obgleich ich es schon fast Teil 3 nennen müsste. Denn das erste Leben kenne ich ja nicht. Und unter uns, ich suche noch immer in all meinen Schubladen nach Erinnerungen und Antworten – bisher ohne Erfolg. Wenn ich mir meinen Blog mit den alten Beiträgen anschaue, dann ist das schwer, manchmal zu schwer. ich kann diese geöffneten Schubladen gar nicht gut offen stehen sehen. Das triggert mich selbst zu sehr. Aber wo war ich? Ach ja. Auch so eine Sache, diese Vergesslichkeit. Der zweite Teil ist eigentlich gestartet als ich aus meiner AHB gekommen bin. Direkt ins Berufsleben zurück und BÄM auch gleich wieder auf die Fresse gefallen bin. Mir war das zu viel, ich war zu wenig und die Kombination unerträglich. Dann bin ich wieder dort gelandet wo keine hin will. In eine müde Phase, eine anstrengende und unschöne mentale Quatschscheisse. Ich drehe mich wieder im Kreis und kann nicht aus der Reihe tanzen. Die Kraft und der Sinn fehlen. Ich bin wieder ein Kind und muss alles neu lernen. Lieben, Leben, Lachen, Verstehen und Akzeptieren. Leider hatte ich dafür so gar keine Kraft. Ich brauchte sie um zu lächeln und alles ok zu zeigen. In diesem Leben II ist das alles noch viel schwerer. Weil ich es schon kenne, und hasse. Ich hatte so gar keine Lust auf einen Neustart. Ich war von Mai bis März krankgeschrieben. Und wenn du liebe Leserin mich nun fragst was ich so gemacht habe? Keine Ahnung. Therapie beim Sergeant, vor mich hin gedümpelt und ab und an Geld verdient mit dem Nebengewerbe. Aber die Zeit ist an mir vorbei gerauscht. Kein gutes Zeichen. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Mein Ziel war es nur, nicht noch weiter in das Loch zu schauen, welches mich schon anlächelte. Eine Phase, die urkomischer nicht sein konnte. Ich sollte mich doch erholen. Ja verdammt nochmal, wovon denn? Vom Leben I? Das wollte ich doch gerne zurück. Und wer hat eigentlich gesagt das man nach dem ganzen Quatschkram glücklich sein soll?! Ich war ja glücklich. Okay, so war ich also lange krank und habe gefühlt nichts gemacht. So fühlt es sich also an. Mit dem neuen ICH waren ja auch die dunklen Gedanken wieder da. Aber ich glaube das muss ich mal erklären.

Wenn der Kopf dunkel wird

Ja, wie muss du dir das denn vorstellen, wenn ein Depressiver seine Gedanken nicht mehr erhellen kann? Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. bei mir ist es anders – sagen bestimmt alle! Es schleicht sich eine Trägheit ein. Eine Gereiztheit und das Benehmen, alles muss tipptopp sein. Also äußerlich. Wenn meine Seele gestresst ist, muss mein Umfeld sehr geordnet und rein sein. Ich will dann auf keinen Fall ein Spiegel vom Inneren nach Außen tragen. Mir wurde zugetragen das ich wohl absolut unlesbar bin, ich kann es großartig verbergen. Naja mal ehrlich, ist ja auch nichts womit man in die Sporthalle auf den Talentwettbewerb geht. Ich bilde mir dann ein das es schon wieder vorbei geht. Und in den allermeisten Fällen ist das auch so. Diese Jahrelangen Therapiegespräche müssen ja irgendetwas bewirken. Wenn ich in dieser Phase nicht stabil bin – auch hier habe ich keine blassen Schimmer wovon meine Birne das abhängig macht, geht es in die nächste kritische Lage. Ich werde träge, lustlos und fange an mehr zu essen. Ach so, das mache ich glaube immer- also das mehr essen 😱 Ich beginne sehr ruhig zu werden, wenig kommunikativ und eher aalglatt. Da ist eigentlich schon kaum noch ein alleiniges herauskommen. Mein bester Mann erkennt erst in dieser Phase was abgeht. Und nun kommt das wirklich spookige. Mein Kopf beginnt die ganzen schlechten Erlebnisse leise aufzuzählen. Schön in eine Versagerrolle zu schlüpfen. Ich habe es nicht geschafft, werde es eh wieder verkacken, will ich schon wieder kämpfen, von Vorne beginnen!?!? Solche Gedanken eben. Und die Gespräche zwischen mir und mir sind schon witzig. Ich frage mich dann in den dunklen Raum was denn bei mir nicht rund läuft. Und fast immer sind diese Unterhaltungen hilfreich. Ich habe gelernt diese kritischen Vorwürfe mit Argumenten zu zerschmettern. Klingt doch ganz einfach oder? Ist es nicht. Es kostet Energie, die ich dann für nichts und niemanden mehr ontop habe. Es kostet aber auch viel positive Überzeugung die belegt werden muss. Und das liebe Leserin, will mein dunkles Ich doch bitte mit echten Beispielen dargelegt bekommen sehen. Tja, und hier schließt sich der Kreis zu Leben II.

Wie belege ich denn bitte das ich 10 Monate nach einer erfolgreichen Krebstherapie das blühende Leben bin – nicht. So gar nicht. Es klappt nicht. Weder mit Blumen untermauert noch mit ganz viel Sonne aus dem A…. Es will nicht glaubhaft herüber kommen. Und darum beginnt nun bei mir seit Monaten ein Reset. Ich brauche viel Kraft und Motivation dieses Leben danach neu zu formen. Mich neu zu konditionieren auf die eventuell kommenden Stolpersteine. Das ist für Menschen mit Wolken im Kopf ein ewiges trainieren damit umzugehen.

Die ist jetzt schon schwindelig vom Lesen- hahaha, frag mich mal. Wie sehr wünsche ich mir ein normales Leben. Eine Unbeschwertheit Dinge zu tun die mir nicht als Folge im Kopf hängen bleiben. Okay, streiche das Normal. Das will ich nun doch nicht so. Mir reicht es wenn ich weniger denken und nichtdenken müsste. Und natürlich wäre ich auf ewig dankbar, wenn ich nicht 24/7 alle Energie für mein Dasein aufbringen müsste. Ich glaube das ist nun mein Start in Leben II

You remember? I‘m fine…

Gedankekarussell

Wenn mir die Happypills genommen, werden ist als allererstes Folgendes präsent: wann kommen sie wieder, die Ängste, komischen Gedanken, Antriebslosigkeit und all die Nebenwirkungen der Nichtpillen? Und genau das ist eine Gradwanderung die es geschickt zu meistern gilt. Ich freue mich auf das Ende unseres gemeinsamen Weges, und genau das muss mir in meinem Köpfchen bleiben. Das ist im Grunde das Hauptwaschprogramm, welches ich immer wieder durchlaufen lassen muss. Wer sich einmal in diesem Karussell der Pillenwelt begeben hat, weiß genau was ich meine. Das klitzekleine Problem ist nur, ich habe mich von der letzten Antriebslosigkeit noch nicht ganz befreit. Der Motor meiner Lust ist noch im Sanftmodus.

Was ich damit sagen möchte? Ich nehme nun erst einmal vier Wochen lang nur 5 mg der Happypills. Und dann bin ich vollends genesen – oder so. Das ist ein guter Plan, wir werden sehen. Mit Absetzen der besagten Glücklichmacher – wie trügerisch (stimmen tut es eh nicht), beginnt also nun ein zweites Mal das Leben danach. Ich befinde mich gerade in so einem Schlitz, von einer meiner Schubladen im Kopf. Immer wieder habe ich die gleichen Träume. Detailliert sind sie mir nicht immer präsent, aber ich weiß genau den Inhalt. Es geht um Loslassen, Abschied nehmen, Dinge klären und bereinigen. Das ist jetzt mal meine Interpretation. Ich könnte auch google fragen was das alles zu bedeuten hat…. ob es den gleichen Inhalt preisgibt? Ok, soeben habe ich es gegoogelt und finde die Antwort wenig hilfreich. Google sagt das es um alte Sehnsüchte geht. Nicht um die Personen sondern um die schönen Dinge die ich erlebt habe. Es könnten auch die Verluste und Enttäuschungen sein, die mein Kopf nicht verarbeitet hat. Nun, ich suche mir etwas aus. Schön das ich mir meine Meinung selber bilden kann.

Was aber passiert hier eigentlich gerade. Es ist ein Quietschen und Knarren der Schubladen zu hören, ich kann es auch spüren. Aber ist mein Geist in der Lage diese zu bändigen? Kennst du liebe Leserin, das Gefühl im Bauch, wenn etwas unangenehmes bevorsteht? Du weißt das du etwas Falsches gemacht hast und die Konsequenz bevorsteht? Genau dieses flaue Gefühl im Bauch kommt bei mir dann häufig von hinten durch die kalte Küche. Ich möchte diesem Gefühl und der daraus resultierenden Folge gar keinen Raum geben, aber! Es lässt sich nicht abschütteln. Es ist immer das gleiche Schema. Meine Gedanken kreisen dann um das Suchen von Erinnerungen, Gedanken die ich greifen kann, Momente die ich evtl. spüren kann, irgendetwas, was mich nicht zweifeln lässt das ich Alzheimer habe oder eben rein weg gar nichts aus meiner Kindheit weiß. Ich strenge mich an, ich versuche herzuleiten, aber es kommt einfach nichts. Und wenn, dann sind das immer und immer wieder die gleichen Bilder und Momente. Diese sind ganz oft gekoppelt mit anderen Menschen oder Orten. Ich schildere es mal so: Ich erinnere mich z. B. an meinen 16. Geburtstag. Ich hatte eine große Gartenparty. Ich weiß genau wer eingeladen war und das es schön war. Ich erinnere mich auch an einen Ausflug mit Klassenkameraden und die Klassenfahrten. Ich erinnere mich sogar an eine Klassenfahrt in der Grundschule. Aber in genau dem Jahr scheine ich wie Phönix aus der Asche gestiegen zu sein und meine Leben begann und endete genau mit diesem Erlebnis. Und so ergeht es mir einfach mit fast allen Erinnerungen. Einige sind nur von Fotos. Kennst du das? Du siehst ein Foto und hast sofort den Moment und die Gefühle oder Gerüche im Kopf. Evtl. sogar die Stunden davor oder danach! Dann freue dich sehr über diesen Umstand, ich kenne dies so nicht. Ich sehe exakt dieses Foto. Ende! Und wenn ich es noch weiterspinne…. in all diesen Erinnerungen die ich habe, also wirklich habe, bin ich nie allein, nie zu Hause (oder zumindest nicht allein zu Hause) und am allermeisten nicht mit meinen Bezugspersonen meiner Familie. Lediglich meine kleine Schwester ist häufig auch ein Teil meiner Erinnerung. Nämlich diese, das wir ab einem bestimmten Alter, oder auch immer mal wieder und ab irgendwann, gemeinsam in einem Bett genächtigt haben. Und nicht ich war die treibende Kraft dieser Handlung. Sie hat mich gebraucht – und ich sie vermutlich noch viel mehr.

Nun, so ist der Stand der Dinge. Und was soll ich sagen, will ich diese Schubladen öffnen? Will ich mich im Kreise drehen und ein neues Kapitel öffnen? Ja unbedingt, aber ich habe Angst vor dem, was dahinter steckt. Wenn ich enttäuscht werde, dass ich eh nur die alten Ängste zu sehen bekomme? Die alten Bilder und Gerüche? Ich weiß das meine Seelenkostüm auf unerklärliche weise sehr stark angeschlagen ist. Auch wenn ich es überhaupt nicht erklären kann. Ich muss das mit meiner Therapeutin besprechen. Wenn ich mich traue!

I´m fine!

Wartezimmer- immer!

Im Wartezimmer, da ist es für mich nun immer mit einer Anspannung verbunden. ob ich das nun will oder nicht. Da hilft auch kein leckeres Franzbrötchen davor. Immer wird es eine Frage bleiben: kommt er oder kommt er nicht zurück. Aber, heute bin ich guter Dinge! Ich bin noch in den Babyschuhen, so schnell passiert kein Rezidiv. Und schon gar nicht bei DCIS.

Letzte Woche war ich beim Gastroenterologen. Lassen wir das – einfach eine sehr unangenehme Arztreihe. Da gehe ich doch lieber zum Zahnarzt. Ich habe so fertig mit Ärzten. Und darum …

Wie läuft eigentlich meine Wiedereingliederung? Gut. Ich bin in Woche fünf und habe noch 2 Tage zu schaffen. Und dann werde ich meinen ganzen Urlaub planen müssen. Und irgendwie auch versuchen trotzdem oft genug anwesend zu sein. Welch ein Stress.

Und Zack – nun war ich schon dran. Alles gut soweit. In 3 Monaten müssen ein paar Zysten überwacht werden. Außerdem könnte ich meine Narbe korrigieren lassen, da sich dort Wucherungen gebildet haben. Ich habe dankend abgelehnt. Den kleinen Schmerz ab und an halte ich doch gern aus. woher weiß er denn so genau das es Zysten sind?! Das werde ich gleich meinen Sergeant fragen. Heute ist nämlich Arztzag bähhhh

Heute und die letzten Tage ging es mir fast wie „vorher“! Ich bin so froh.

I‘m fine 😌

Warten im Zimmer

Die Kurzform: Wartezimmer. Bei einem neuen Frauenarzt. Ich bin ambivalent was das angeht. Die Rahmenbedingungen sind großartig, er ist nur 10 Minuten Fahrtweg entfernt. Aber! Er kennt mich nicht. Alles neu, alles neu erzählen, und dann den Wechseln vollziehen, mitten in der Eingliederung und AU. In ein paar Minuten weiß ich ob es klug ist oder nicht. Neben mir sitzt ein harter Typ, äußerlich. Lange Friese, Deathmetalshirt und diese typischen Anzeichen. Ich bin so ein interessierter Mensch, böse Zungen behaupten ich sei neugierig, was er wohl hier beim Frauenversteherarzt macht? Das kann doch nur was schlechtes sein. Der arme Typ. Und nun sind irgendwie ALLE vor mir dran gekommen. Die Welt ist gegen mich. Oder habe ich etwas an mir, das man es so mit mir machen kann? Egal, es ist nicht zu ändern. Das Ergebnis zu diesem Besuch werde ich später berichten, liebe Leserin.

So, es ist mittlerweile Nachmittag. Ich habe etwas für meine Seele getan – Deko gekauft, und für meine neuen Rundungen- Nudeln gegessen.

Die nette Helferin- was für ein bescheuerter Name eigentlich, hat bemerkt das ich schon leicht Staub ansetze und mich netterweise schon mal zum Wiegen und Messen geholt. Als ob ich nun auch noch wissen will wie fett ich geworden bin. Man man man

Und Zack kam ich dann doch nach 80 Minuten warten dran. Und dieser Art ist ja mal süß. Total nett, sehr gründlich und aufmerksam. Er hat mir alles erklärt, Kopfschütteln inkl. Und mir gesagt das alles großartig ist. Hat meine Brust gelobt, wie schön sie operiert wurde, und mir versichert das ich in guter Form bin. Hahaha. Ich nehme das gern an. Es wurde ein Krebsabstrich gemacht, Blut abgenommen und mich für in 3 Wochen wieder einbestellt. Da will er noch mal den weiteren Nachsorgeplan und Fragen seinerseits klären. Also, es war wohl eine gute Entscheidung sich auf dieses neue Projekt einzulassen. Bis in drei Wochen also.

I‘m fineFor real.

Hallo Arbeitswelt

Habe ich Dir eigentlich schon erzählt das die Krankenkasse mir die Therapie bewilligt hat? Nun, nach einem Wiederspruch meinerseits ging es dann komischerweise sehr zügig mit der Genehmigung – „nach gründlicher Prüfung“- aha! Ich hinterfrage dies nur sehr leise in mir drin, will ja niemanden wachrütteln. Vom Zeitrahmen können es zwei Jahre Therapie sein, aber hey, auf keinen Fall will ich da jetzt noch 1,5 Jahre hinrennen. So herrlich sonderlich mein Sergeant auch ist.

Also, ich war nun 7 Monate krankgeschrieben und habe diese Zeit wirklich zur Erholung, Reflektion und Strategieentwicklung genutzt. Äußerlich mag es kaum aufgefallen sein, aber innerlich habe ich es gebraucht. Durch diese Krebsgeschichte habe ich nicht alles behalten können, z.B. meinen Sport. Der ist mir etwas verloren gegangen und braucht mehr Liebe von mir. Das weiß ich genau, aber noch ist es nicht an der Zeit, noch ist mein Geist irgendwie nicht bereit wieder davon zu laufe. Oder überhaupt zu laufen. Wahnsinn wie die Zeit rennt. Und darum habe ich mir auch vorgenommen ein wenig mehr zu schreiben, wozu habe ich auch diese Seite!?

Also zurück zur Überschrift. Ich bin also seit dem 02.01.2023 wieder in der Arbeitswelt angekommen. Ein herzlicher Empfang war mir gegönnt, wie schön das war. Post war noch keine da, Mails auch nicht. so darf es eigentlich gern noch ein paar Wochen gehen. Aber wir sind hier ja nicht beim großen Wünschdirwas. Was habe ich mir vorgenommen? alles etwas ruhiger angehen lassen, mich nicht in Verantwortungen bringen lassen, die mir nicht stehen und ganz wichtig: ANDERE nicht so wichtig nehmen! Wenn das alles gut läuft – ach da ist das Laufen ja wieder – dann werde ich Anfang Februar wieder voll einsatzbereit sein.

Der Grinch in mir und die ganzen Festlichkeiten

Ich war die letzten 40 Jahre wahrlich keine, die gern auf Partys gesehen war. Mit mir war eben eben keine Party so richtig ausladend, eskalierend und überschwänglich. Und das ist auch gut so. Wenngleich ich mich in diesem Jahr viel mehr auf die Feiertage gefreut habe, ist und bleibt es für mich anstrengend und auch overdosed! Ich bin froh das meine Kinder groß sind, dass ich die Verantwortung, es alles schön und stimmungsvoll zu bereiten, nicht mehr allein trage. Nun sind sie für ihre Glückseligkeit auch einfach selber verantwortlich. Selbst meine kleine Enkelin weiß mit 2,5 Jahren bereits wann Schluss ist 🙂 Die Kugeln vom Baum hat sie vorsorglich schon mal abgenommen. Sie gefällt mir sehr.

Also Tag 3 ist noch früh und ich bin gespannt was noch passieren wird. Heute wird mich auch mein Sergeant genau dies alles fragen. Was sage ich nur. Ich gehe dort ja hin, um etwas zu besprechen…. dieses „Verrückte“ in mir zu sortieren. Eigentlich würde ich ihr gern meinen Blogg zeigen. Aber dann denkt sie am Ende noch ich habe se nicht mehr alle!

Today: i`m fine

🐇 Nun ist es da, das Jahr des Hasen.

So sagen zumindest die Chinesen.

Der Hase. Da fällt mir nur einer ein: der weiße Hase, der keine Zeit hat. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, schleppt er noch eine viel zu große Uhr mit sich.

Das neue Jahr also. Als allererstes hat es mir Gedanken geschenkt. Wilde, Wirre und auch Erleuchtende. So einfach, so kam der Gedanke aus einer viel zu kleinen Schublade gepoppt. Warum fühle ich mich eigentlich so gehetzt, unter Druck, Leistungsorientiert? Dieser Gedanke, liebe Leserin (an dieser Stelle sei gesagt: es hat sich kein Leser geoutet, somit bleibt es zukünftig weiblich), lies sich nicht wieder zurückstoßen. Also musste er zu Ende gedacht werden.

Der weiße Hase-Effekt

Bei mir recht ausgeprägt. Ich erkläre es mir so: das Gefühl meine Fehler zu überdecken- meine, die nicht meine waren. Da war zum Einen der kindliche Missbrauch von Menschen die ich kannte und auch nicht. Diese Schublade hat nur ein Schlüsselloch ohne Beleuchtung. Gut so. Kaum war das beendet musste ich schmerzlich lernen das ein erfülltes körperliches Sexleben nicht mehr zu meinem Körper passt. Hab ich ja vermutlich einige Jahre vorher reichlich erlebt. Ich erwähne hier: der Hase hat Sarkasmus gern angewandt. Ich auch. Dann war da diese Beziehung mit Gewalt und sehr merkwürdigen Erfahrungen. Und dann kam die häusliche Gewalt mit sexueller Übergriffigkeit. Vielleicht war es auch Vergewaltigung, ich habe da keine klare Meinung zu, mein Verhältnis zu Sex ist gestört. Alles etwas extrem, alles etwas verschwunden. Allein dafür habe ich schon dieses innere Gefühl des Versagens geerntet. Habe ich einen falschen Körper, kann ich nicht das bieten was andere können. Warum werde ich immer mit den gleichen Handlungen konfrontiert! Bitte verstehe mich nicht falsch, kein Selbstmitleid. Es ist und war immer ein Hinterfragen wo mein Verschulden liegt. Wie kann ich es abstellen, besser machen? Ich habe bis heute keine Antwort.

Und dann kamen die Kinder. Die Kinder die mir ein wenig Entschuldigungen brachten. Entschuldigungen warum ich keine Zeit für Männer, für meinen Körper und für mich und meine Schubladengedanken hatte. Dann kam die Zeit mit dem Verlust meines Kindes. Ich habe sie verloren und dieser Umstand ist niemals auch nur annähernd zu verändern, in schönere Gedanken umzuwandeln. Erst Jahre später habe ich die Chance bekommen mein Kind erneut in mein Leben einschließen zu dürfen. Auch dieses Erlebnis war mit Schuld, Selbstzweifel und Selbsthass behaftet. Das war neu.

Und dann gab es dieses Ding mit dem Burnout, mit den körperlichen Beschwerden bis hin zum totalen seelischen Einbruch. Als das überstanden war sind die Schubladen aufgesprungen als hätte wer die Scharniere geölt. An ein Aufhalten war nicht zu denken. Die Geschichte kennen wir schon. Und was hat das nun alles mit dem weißen Hasen zu tun? Und mit mir? Das habe ich mich auch gefragt, letzte Nacht. Es ist irgendwie einfach.

Dieser Fleck an mir. Er ist eigentlich ein Zusammenspiel von vielen Klecksen. Und genau dieser Fleck lässt mich zu einer Leuchtreklame werden. Innerlich. Ich kann dieses Gefühl nicht abschütteln das mich zur Wiedergutmachung bringt. Wiedergutmachung das ich Fehler an mir habe zugelassen, das ich Menschen zur Last gefallen bin, das ich auffällig bin, das ich nicht zur Norm gehöre. So wie der weiße Hase. Er gehört nirgendwo hin, fühlt sich überall beobachtet, deplatziert voller Tatendrang die Dinge zu ändern. ich vermute ich möchte anderen Menschen das Glück und die Erfüllung schenken, die mir irgendwie verloren gegangen ist. Oder ich möchte meiner Umwelt einfach nur zeigen: hey schau her, ich bin gut, ich bin nicht schlecht, schmutzig, dumm und unfähig. Und noch eine Erkenntnis: viele wissen genau das!

Das waren meine Gedanken zum Jahr 2023! Warten wir doch mal wie sich das entwickelt.

I‘m fine for know!

Es reicht nicht, das gute Waschpulver zu nehmen. Der Fleck braucht intensive Maßnahmen, um dauerhaft zu verschwinden!

Und das lernen wir doch schon als Kind. Oder hast du, liebeR LeserIn mit Grasflecken an den Knien, Applaus von Mama bekommen? Eben. Sie musste richtig ackern um die Büx wieder schick zu bekommen.

Und genau da stehe ich gefühlt mein ganzes Leben. Und es fuckt mich gerade so ab. Diese Spirale, sich selbst zu akzeptieren und irgendwie dazu zu gehören, ist echt anstrengend. Und wenn ich ab und an diesen schwarzen Umhang spüre, fällt mir einfach keine Lösung ein. Dann möchte ich einfach nur meine Ruhe haben. Meine innere und tiefe Ruhe. Das ist nicht zu erklären.

In meinem Fall möchte ich nicht auffallen, innerlich möchte ich eigentlich unsichtbar sein. Und das geht nun mal nicht lebend. Also mache ich vieles, um wenigstens nicht bedrängt oder gar zu eng genommen werde. Außerdem möchte ich gerne Harmonie in meinem engen Umfeld. Mein Leben außen ist zu anstrengend für den Stress innen.

Leider ist der eigene Anspruch mit der Realität und dem Anspruch anderer Beteiligten nicht immer vereinbar. Ich trample sehr oft auf der Stelle. Darum bin ich gerade dabei, mein Leben mehr auf meinen Anspruch leichter zu machen. Das könnte ein Weg sein, zumindest das richtige Waschprogramm zu finden.

Gerade habe ich das Gefühl das die Flecken eher dunkler werden, als weniger.

I‘m fine- for know

Sergeant- Tag

Das bedeutet auch, das ich nach einem Widerspruch bei der Krankenkasse meine Psychotherapie bewilligt bekommen habe – und zwar bei meiner Therapeutin, die ja nur noch private Patienten betreut …. Und mich. Da gehe ich also heute hin. Wie seit Mai ja eigentlich wöchentlich. Ich denke jedes Mal: hm, ich habe keine Lust, ich habe nichts zu erzählen, ich möchte nichts erzählen, ich habe bestimmt einende Grund HEUTE nicht hingehen zu können. Natürlich trifft all das nie zu und ich wackle dort artig hin. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich zumindest nichts dadurch verloren. Und das Ein oder andere Mal tat es auch gut. Heute muss und möchte ich ihr folgendes erzählen, was mich wirklich zum bitterlichen Heulen gebracht hat. Allein der Umstand ist kein gutes Zeichen für mich. Andere sehen das anders.

Folgendes ist also vorgefallen:

Mein Zwilling 1 ist ja seit 2 Jahren Mutter. Wir, also die Familie habe sie nach besten Können unterstützt. So gut ich eben mit meinen eigenen Sogen konnte und wollte! Herrgott, ich war nicht bereit für das Oma sein. Nun hat meine Tochter es geschafft einen Tauftermin zu vereinbaren. Diesen teilte sie uns mündlich mit, mit der Bitte direkt zu schauen ob es passt. Jup, passte allen. Einige Wochen später kam deine eine elektronische Nachricht (WhatsApp) wo der Termin schriftlich erinnert wurde. DER passte nicht. Ich bin das Wochenende im Ausland. Nicht verschiebbar. Und der Termin stand seit Dezember im Kalender. Es wäre müßig den Fehler zu suchen. Kind 1 hat kein Unrecht. Gut, bin ich eben nicht dabei. Ich blieb standhaft. Im Zuge dessen wurde die Anwesenheitsliste und Taufpatenfrage geklärt. Zwilling 2, also die Tante des Täufling ist nicht mehr in der Kirche. Shit. Ich schlug vor den Papa zu fragen. Dann kann das:

Nein, das möchte ich nicht. Wenn mir was passiert würde das Taufkind ja zu euch kommen. Ihr habt uns als Kinder geschlagen, ich möchte nicht das mein Kind das auch passiert.

1. Ja, in meiner mütterlichen, überforderten Seele war ich keine Vorzeigenutter. 2. Ja, ich habe meinen Kinder auf den Po geschlagen, angeschrien und zurechtgewiesen. 3. ich habe mich dafür bereits mehrfach aufrichtig entschuldigt und fühle mich elend deswegen. 4. bisher war ich für mein Enkelkind gut und genug – zumindest wenn man der Häufigkeit der Betreuungs- und Übernachtungszeiten glaubt.

Da steht es nun im Raum. Kein weiteres Wort ist darüber gesprochen. Ich habe es hingekommen. Meine Strafe wird mich erwog begleiten. Das ist so. Aber wie gehe ich damit um. Nach 2 Tagen ist es aus mir herausgebrochen. Sturzbachartig. Ist das gerecht, ist das richtig, ist das erforderlich?

DAS ist die Frage, die mich beschäftig. Kann ich erwarten das mir vertraut wird, das ich reifer und älter geworden bin. Das ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Das mir verziehen wird? Was kann ich verlangen und was kann ich dann auch ablehnen. Bin ich denn so lebensunfähig mir diese Fragen nicht selbst zu beantworten???

I‘m fine. Aber dieser Fleck ist unübersehbar.