Bimmelim – eine Tüte Pommes bitte – oder doch lieber mehr vom weniger.

Ich bin noch da und habe auch irgendwie ein schlechte Gewissen mir selbst gegenüber. Ich vernachlässige doch tatsächlich meine Prinzipien – ist ab und an gar nicht so schlecht. Meine Gedanken kreisen oft – leider auch nicht immer in so schöne Richtungen. Diese Sache mit den „Stimmungsschwankungen“ oder Verdunklungsrollos im Gehirn sind wirklich so eine Sache. Ich weiß ja das es Arbeit ist. Arbeit sich nicht darin zu verlieren, Arbeit sich auf das Gute zu fokussieren, Arbeit das Leben dabei nicht zu vergessen und natürlich auch Arbeit, sich selbst mit seinen eigenen Verpflichtungen nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin nun schon so viele Jahre damit beschäftigt, damit NICHT beschäftigt zu sein.

Ich habe Neues ausprobiert. Tatsächlich traue ich mich mittlerweile einiges, was ich mir viele Jahre einfach nicht mehr erlaubt habe. Ich trinke gern mal ein Gläschen mit Freunden und Familie. Und hey, mein Gehirn schreit so laut! (Von meinem Umfeld, welches mich so gar nicht kennt, will ich gar nicht erst anfangen). Es schreit in etwa sowas: Lass es, in deiner Vergangenheit hat es dir nie Gutes beschert. Alkohol benebelt, lässt dich die Kontrolle verlieren. Ja, Alkohol ist ein großer Trigger für mich. Er wirft mich indirekt immer wieder in Zeiten zurück, die ich nicht kenne, nicht kennenlernen will und kann. Aber er ist auch etwas was zu einer Gesellschaft gehört. Wie dumm das doch ist. Und tatsächlich gibt es eine Schublade in meinem Oberstübchensekretär , die so etwas wie Suchtpotential enthält. Ich kann es gar nicht beschreiben. Mein Unterbewusstsein weiß – oder meint zu wissen – das ich gefährdet bin. Menschen mit extremen Erfahrungen leben gern selber in Extremen. Das ist mir bewusst und habe ich in meiner Vergangenheit nicht nur einmal ausprobiert. Eine der Gründe warum ich von Drogen ganz flott die Finger gelassen habe. Und weil der Scheiß noch mehr Kontrolle nimmt als irgendetwas anderes überhaupt! Ich möchte ab und an auch „vergessen“ das ich das Vergessen in Person bin. Ach das ist also eines meiner neuen alten Grenzerfahrungen. Und wirklich, ich könnte sofort Alkoholiker werden, ich habe vor nichts dergleichen Angst. Man könnte meinen mir ist es gerade scheiss egal. Und doch, ich habe da eigentlich sehr große Angst vor gehabt, und es darum immer schön gelassen.

Ich Kenne Meine Grenzen, Ich Überschreite Sie Oft Genug.

ein Magnet an meiner Magnetwand

Ich erfinde mich aber auch gerne neu. Oder finde zu alten Gewohnheiten zurück. Neu ist z.B. das ich allein nächtige. Das ist mir sehr schwer gefallen. Eigentlich habe ich Angst alleine in Schlafzimmern. Und genau genommen schlafe ich lieber allein als mit Fremden oder Freunden in einem Zimmer. Das ist so ein Ding. Wohl auf einen meiner Kindheitstraumata zurück zu führen. Ich versuche es mal zu erklären. Ich kann nur in ein zuverlässigen Tiefschlaf fallen, wenn ich mich sicher fühle. Kein Licht mich stört, keine ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Geht vermutlich jedem Menschen so und ich steigere mich dort nur hinein. Wenn wiederum jemand neben mir liegt, den ich zwar kenne, aber nicht mein Lebenspartner ist – und den habe ich ja schon Jahrtausende und somit ist das lange nicht mehr vorgekommen, bin ich bei einer Aufmerksamkeitsspanne von 300! Zurück zu dem alleine schlafen. Mein Mann hat komische Gewohnheiten und Geräusche die mich mittlerweile sehr in meinem Schlaf erschrecken. Der Husten (er raucht und es ist vermutlich ein Raucherhusten) lässt mich richtig hochschrecken und ich bekomme Herzrasen davon. Es ist traurig auf der einen Seite, aber auch schädlich für meine Gesundheit wenn ich nicht durchschlafen kann. Und dann gibt es auch so rein körperliche Aspekte die mich stören. Ich werde immer empfindlicher was Gerüche angeht. Und mein Mann ist das nicht so – also empfindlich. Er trägt sein Tagesshirt auch nachts. Ich erinnere, er ist Raucher. Sagt ja schon alles für mich. Solange dies so ist, scheint es ihm nicht so wichtig zu sein neben mir zu liegen. Das hat mich verletzt. Aber aktuell ist es wohl eine gute Sache. Ich lese immer wieder das ein getrennter Schlafraum eigentlich viel besser für jeden ist. Ach naja, und es erfrischt doch auch irgendwie die Partnerschaft. Ich erinnere kurz, wir sind nicht körperlich.

Mein Sergeant fragt genau DAS:

Frau P, wie ist das mit ihrem Mann und ihnen? Wie? Wie soll das denn sein? Naja, haben sie keine Bedürfnisse? Nein. Fragendes Gesicht schaut mich an. Was soll ich ihr denn sagen? Das ich alles erlebt habe in meinem Leben. Das ich jeden Blödsinn gemacht habe. Das mein Körper überhaupt kein Verlangen nach Anfassen oder Zärtlichkeiten hat? Okay, das habe ich ihr sanft erzählt. Ich bin mir sicher das sie wirklich jeden Scheiss schon gehört hat in ihrer Praxis. Aber ich möchte nicht so zu den krassen gehören. Das stimmt nämlich so gar nicht. Ha, und da geht es mir fast so wie mit dem Alkohol. Ich bin so oft enttäuscht worden im Leben. Mein Körper oder das Gefühl da drin, was für das Gefühl für da draußen zuständig ist, ist ganz fest verschlossen in einer Schublade. Da gibt es weder einen Knauf, ein Schloss noch irgendetwas was sich öffnen ließe. Ich möchte es immer mal wieder probieren, aber dann kommt eine Mauer (wer will schon eine Mauer bauen) die sich wie ein Stahlkäfig um mich legt und alles unnahbar erscheinen lässt. Es ist für mich keinerlei Empfinden oder Wärme spürbar. Mein ganzer Körper geht auf FUNKTION. Abläufe. Ich weiß was zu tun ist, aber ich tue es nicht aus mir heraus. Und weißt du was liebe Leserin, das tut mir selber ja am allermeisten weh. Ich möchte nicht egoistisch sein. Ich möchte auch niemanden verletzen mit falschen Gefühlen oder Theaterspiel. Wäre das nicht äußerst unfair? Genau. Und da wäre ich dann wieder bei dem Leben was mich anstrengt. Ich muss dann anderen Menschen gerecht werden, obwohl ich weiß das ich mir damit niemals gerecht werde. Wie oft habe ich es versucht. Mit fremden Männern und Frauen. Mit Dicken und Dünnen, mit Betrunkenen, mit Dominanten, mit Devoten, mit Dummen (das war eine Qual), und letztlich mit meinem Mann. Alles hat mich nicht glücklich gemacht. Einiges hat mich kurzzeitig glauben lassen das es das Glück sehr nahe kommen lässt. Aber rein weg gar nichts hat mir dauerhaft das Gefühl gegeben meinem Körper zu gehören oder die Kontrolle wieder zu erlangen. Eines ist für mich denkbar und niemals weg – die Dominanz und das Machtgefühl. Herrin der Lage, des Lebens und dem Körper mir gegenüber zu sein. Aber auch das strengt sehr an. Ich bin einfach müde. Ich bin viel zu oft müde. Und nun frage ich dich, wie soll ich das denn meiner Therapeutin erklären. Und was sollte denn daran irgendetwas ändern? Also Haben wir das Thema in der Sitzung damit beendet das ich eben keine Bedürfnisse habe.

Ich erinnere kurz – ich hasse es umarmt zu werden oder das mich Menschen in ihre Zone ziehen wollen. Aber wie zur Hölle sagt man es Menschen, die man nicht kennt oder nicht so kennt wie sie mich kennen müssten um zu verstehen. Ihr normalen Menschen habt es echt gut. Ihr mögt so ein Gefummel.

Die Gesundheit, die man sieht.

Ich mache es kurz. Ich fühle keine Auffälligkeiten und es gibt keinen Arzt der etwas sieht. Es ist also alles tiptop. Mein neuer, ganz toller und empathischer Frauenarzt ist völlig unverhofft gestorben. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre. Nun findet Frau ja nicht mal eben einen Neuen. Ich hatte Glück, es gibt noch eine die sich erbarm mich aufzunehmen. Und auch hier habe ich einfach beschlossen gehabt, brauche ich nicht. Lass laufen, was ich nicht weis, macht mich auch nicht krank. Die Gleichgültigkeit ist so wunderschön zu Weilen. Es ist eben nicht immer nur die Lebensmüdigkeit. Ab und an ist es auch einfach nur die Faulheit sich neu zu erfinden.

I´m fine!

Veröffentlicht von mo/me

Ich, geboren Melanie, genannt Melly, gelebt Morti. Such dir etwas aus. Das tue ich auch, je nach Stimmung und meinem Gegenüber. Mein Geburtsjahr ist ´74. Ich habe bald geburtstag, welcher mir noch nie wichtig war und ich diese Aufmerksamkeit und das "alle schauen auf mich und wollen mit mir sprechen" gar nicht steht. Ich schreibe diesen Blog weil ich mir helfen will, dir vielleicht ja auch! Aktuell komme ich nicht gut klar mit den Gedanken und Gefühlen , die nicht im Einklang sind mit meinem Gedächtnisverlust. Der wiederum ist, so sagen es die Fachprofis und einige sehr enge Menschen die mir mehr glaube als ich mir selbst, aus einer frühkindlichen Traumatisierung entstanden. Ich kann es dir nicht sagen, da mein Gehirn mir diese Erinnerungen nicht preis gibt. DAVON wiederum, kann ich druchaus den ein oder andern Tag verrückt werden. Bin ich bisher aber nur 1x so richtig, da bin ich dann ein paar Jahr zu einer Therapeutin gerannt, die mich wieder erträglich gemacht hat. Also für mich, für andere war ich das wohl immer. Die Schauspielschule meines Lebens hat schon immer gute Dienste geleistet. Du verstehst nur Bahnhof? Ok, dann lies einfach ab und an meinen Blog, vielleicht wird es besser, vielleicht lustiger, ab und an auch traurig und sicher auch gefährlich für Meschen mit ACHTUNG TRIGGER Missbrauchserlebnissen, Gewalterlebnissen, Extremsituationen und Depressionen. Willkommen in meiner Welt. Mo

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