Wenn ich zu meiner Therapeutin gehe, ist das wie das öffnen der Wundertüte. Einmal ist es ok, und ein anderes Mal kommt zum Vorschein was ich gar nicht mag. So auch gestern.
Nichts ahnend und natürlich mit mir hadernd ob ich überhaupt hingehen möchte, saß ich nun da. Ich habe ihr auch wirklich meine Gedanken und schwankende Gemütslage mitgeteilt. Freude darüber sieht wohl anders aus. also sowohl bei mir als auch bei ihr. Ich hasse es einfach, nicht gleichbleibend glücklich, motiviert oder neutral zu sein. Aber DAS ist vermutlich ein völlig normales Verhalten. Ich empfinde es wohl nur extremer als ihr/du.
Es wurde wohl etwas aufgebauscht was evtl gar nicht so dramatisch ist?! Naja, ich war es los und sie ist ja die Fachfrau. Nun, zu der Option der altüblichen „Happypillen“, sie könnten helfen, kam wieder dieses komische Thema Sexualität auf. Und Jo, damit hat sie mich ja mal richtig überrascht, überrannt, genötigt, verzweifelt und zum Denken angeregt. Gleich vorab, mein Mann hatte folgende Reaktionen darauf parat: schallendes Lachen ,(für mich völlig unverständlich) Hinterfragen der Sinnhaftigkeit und Erläuterungen was in den letzten 20 Jahren doch gar nicht so war. Bei mir ist das anders in der Erinnerung. Nicht unbedingt schlechter oder besser. Einfach Anders. Und mir haben meine Exkursionen Spaß gemacht, ich habe viel gelernt über Menschen, mich und dem Drumherum. Über die Libido von euch, meine ist ja irgendwie abhanden gekommen, und der Weg dorthin. Aber ich habe auch verstanden warum ich das alles nicht mehr möchte. Ich habe keine Kraft und Motivation mehr enttäuscht zu werden. Von meinem Körper und meiner Vorstellung von Spaß am Sex. Den gibt es nämlich faktisch nicht. Und ja, ich habe mit meinem Mann eine Art Sexleben geführt. Aber das war viel mehr. Und DAVON spricht mein Sergeant ja nicht. Das Ausmaß kennt die auch nicht. Sie redet von den zweisamigen Bedürfnissen. Ob ich die nicht vermisse. Und ob! Mehr und oft. Aber meine erste Reaktion darauf: ich habe kein Vertrauen in meinen Körper. Er wird es mir nicht schön machen. Und hinzu kommt ja auch das es bis zu meinem vollendeten Spaß am Sex kommt, einen Marathon an Vorbereitungen, Verhaltenscodex, und Abhandlungen kommen muss. Denn mein Mann sollte ja möglichst teilhaben. Und Zack, da ist mein Hirn nicht mehr bereit mitzumachen. Sofort streicht mein Kopf den Gedanken daran, das es mit Freude oder gar Lust verknüpft ist. Und natürlich kommt dann die allgemeine Frage auf, warum ich so kopflastig an die Sache herangehe. Fragen sie doch bitte dieses meinen Kopf.
Mein Sergeant weiß natürlich woher es rührt – ich habe eine Geschichte und diese hat dazu beigetragen das mir diese Zweisamkeiten eben nicht als natürliches Lust in Erinnerung sind. Mein Körper sagt meinem Geist dazu einfach: hey, Gefühle bitte jetzt auf „Brötchen kaufen Modus“ stellen. und ehrlich liebe Leserin, ist Brötchen holen nackt mit einem Partner und sehr hohen Erwartungen Lustvoll? Eher belustigend. Darum wohl auch das schallende Lachen meines Mannes.
Mein Sergeant hat folgendes Angeboten:
Machen sie bitte eine Sexualtherapie. Es wird ihnen helfen den neuen Sex von ihrem heute, neu zu akzeptieren. Ihren Körper wieder mit dem Geist in Einklang zu bringen.
Nein.
Sie hat gesagt ich soll lernen nein zu sagen. DAS war die Antwort auf meine Sorgen gestern – vorgeschlagen von meinem Mann!
I‘m Fine. Und bald vermutlich auch wieder so richtig vögelnd 😂