Mein Leben Teil II

Wie sollte ich es sonst nennen, nach dem „nichts“ in meiner Brust.

Erst heute habe ich irgendwem erzählt das mein Leben im Grunde von vorne beginnt. Nicht heute, nein eher so ab 2022. Nach all den Behandlungen und Erwachen. Ich war mir ja so sicher das ich das alles einfach mitmache und dann wieder schick mein altes Leben aufnehme.

Und da lacht dir das Leben herzhaft entgegen!

Wir haben schon 2023 und eigentlich will ich dem ganzen Zinnober nicht mehr Raum geben als Nötig. Aber das gehört nun leider zu mir. Also der Blödsinn mit dem „nichts“. So will es mal niederschreiben. Nicht das was wir schon kennen- siehe meine Einträge, nein das was sich dazwischen abspielte und was es mit mir machte. Und vielleicht noch heute macht.

Mein Leben Teil II, obgleich ich es schon fast Teil 3 nennen müsste. Denn das erste Leben kenne ich ja nicht. Und unter uns, ich suche noch immer in all meinen Schubladen nach Erinnerungen und Antworten – bisher ohne Erfolg. Wenn ich mir meinen Blog mit den alten Beiträgen anschaue, dann ist das schwer, manchmal zu schwer. ich kann diese geöffneten Schubladen gar nicht gut offen stehen sehen. Das triggert mich selbst zu sehr. Aber wo war ich? Ach ja. Auch so eine Sache, diese Vergesslichkeit. Der zweite Teil ist eigentlich gestartet als ich aus meiner AHB gekommen bin. Direkt ins Berufsleben zurück und BÄM auch gleich wieder auf die Fresse gefallen bin. Mir war das zu viel, ich war zu wenig und die Kombination unerträglich. Dann bin ich wieder dort gelandet wo keine hin will. In eine müde Phase, eine anstrengende und unschöne mentale Quatschscheisse. Ich drehe mich wieder im Kreis und kann nicht aus der Reihe tanzen. Die Kraft und der Sinn fehlen. Ich bin wieder ein Kind und muss alles neu lernen. Lieben, Leben, Lachen, Verstehen und Akzeptieren. Leider hatte ich dafür so gar keine Kraft. Ich brauchte sie um zu lächeln und alles ok zu zeigen. In diesem Leben II ist das alles noch viel schwerer. Weil ich es schon kenne, und hasse. Ich hatte so gar keine Lust auf einen Neustart. Ich war von Mai bis März krankgeschrieben. Und wenn du liebe Leserin mich nun fragst was ich so gemacht habe? Keine Ahnung. Therapie beim Sergeant, vor mich hin gedümpelt und ab und an Geld verdient mit dem Nebengewerbe. Aber die Zeit ist an mir vorbei gerauscht. Kein gutes Zeichen. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Mein Ziel war es nur, nicht noch weiter in das Loch zu schauen, welches mich schon anlächelte. Eine Phase, die urkomischer nicht sein konnte. Ich sollte mich doch erholen. Ja verdammt nochmal, wovon denn? Vom Leben I? Das wollte ich doch gerne zurück. Und wer hat eigentlich gesagt das man nach dem ganzen Quatschkram glücklich sein soll?! Ich war ja glücklich. Okay, so war ich also lange krank und habe gefühlt nichts gemacht. So fühlt es sich also an. Mit dem neuen ICH waren ja auch die dunklen Gedanken wieder da. Aber ich glaube das muss ich mal erklären.

Wenn der Kopf dunkel wird

Ja, wie muss du dir das denn vorstellen, wenn ein Depressiver seine Gedanken nicht mehr erhellen kann? Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. bei mir ist es anders – sagen bestimmt alle! Es schleicht sich eine Trägheit ein. Eine Gereiztheit und das Benehmen, alles muss tipptopp sein. Also äußerlich. Wenn meine Seele gestresst ist, muss mein Umfeld sehr geordnet und rein sein. Ich will dann auf keinen Fall ein Spiegel vom Inneren nach Außen tragen. Mir wurde zugetragen das ich wohl absolut unlesbar bin, ich kann es großartig verbergen. Naja mal ehrlich, ist ja auch nichts womit man in die Sporthalle auf den Talentwettbewerb geht. Ich bilde mir dann ein das es schon wieder vorbei geht. Und in den allermeisten Fällen ist das auch so. Diese Jahrelangen Therapiegespräche müssen ja irgendetwas bewirken. Wenn ich in dieser Phase nicht stabil bin – auch hier habe ich keine blassen Schimmer wovon meine Birne das abhängig macht, geht es in die nächste kritische Lage. Ich werde träge, lustlos und fange an mehr zu essen. Ach so, das mache ich glaube immer- also das mehr essen 😱 Ich beginne sehr ruhig zu werden, wenig kommunikativ und eher aalglatt. Da ist eigentlich schon kaum noch ein alleiniges herauskommen. Mein bester Mann erkennt erst in dieser Phase was abgeht. Und nun kommt das wirklich spookige. Mein Kopf beginnt die ganzen schlechten Erlebnisse leise aufzuzählen. Schön in eine Versagerrolle zu schlüpfen. Ich habe es nicht geschafft, werde es eh wieder verkacken, will ich schon wieder kämpfen, von Vorne beginnen!?!? Solche Gedanken eben. Und die Gespräche zwischen mir und mir sind schon witzig. Ich frage mich dann in den dunklen Raum was denn bei mir nicht rund läuft. Und fast immer sind diese Unterhaltungen hilfreich. Ich habe gelernt diese kritischen Vorwürfe mit Argumenten zu zerschmettern. Klingt doch ganz einfach oder? Ist es nicht. Es kostet Energie, die ich dann für nichts und niemanden mehr ontop habe. Es kostet aber auch viel positive Überzeugung die belegt werden muss. Und das liebe Leserin, will mein dunkles Ich doch bitte mit echten Beispielen dargelegt bekommen sehen. Tja, und hier schließt sich der Kreis zu Leben II.

Wie belege ich denn bitte das ich 10 Monate nach einer erfolgreichen Krebstherapie das blühende Leben bin – nicht. So gar nicht. Es klappt nicht. Weder mit Blumen untermauert noch mit ganz viel Sonne aus dem A…. Es will nicht glaubhaft herüber kommen. Und darum beginnt nun bei mir seit Monaten ein Reset. Ich brauche viel Kraft und Motivation dieses Leben danach neu zu formen. Mich neu zu konditionieren auf die eventuell kommenden Stolpersteine. Das ist für Menschen mit Wolken im Kopf ein ewiges trainieren damit umzugehen.

Die ist jetzt schon schwindelig vom Lesen- hahaha, frag mich mal. Wie sehr wünsche ich mir ein normales Leben. Eine Unbeschwertheit Dinge zu tun die mir nicht als Folge im Kopf hängen bleiben. Okay, streiche das Normal. Das will ich nun doch nicht so. Mir reicht es wenn ich weniger denken und nichtdenken müsste. Und natürlich wäre ich auf ewig dankbar, wenn ich nicht 24/7 alle Energie für mein Dasein aufbringen müsste. Ich glaube das ist nun mein Start in Leben II

You remember? I‘m fine…

Veröffentlicht von mo/me

Ich, geboren Melanie, genannt Melly, gelebt Morti. Such dir etwas aus. Das tue ich auch, je nach Stimmung und meinem Gegenüber. Mein Geburtsjahr ist ´74. Ich habe bald geburtstag, welcher mir noch nie wichtig war und ich diese Aufmerksamkeit und das "alle schauen auf mich und wollen mit mir sprechen" gar nicht steht. Ich schreibe diesen Blog weil ich mir helfen will, dir vielleicht ja auch! Aktuell komme ich nicht gut klar mit den Gedanken und Gefühlen , die nicht im Einklang sind mit meinem Gedächtnisverlust. Der wiederum ist, so sagen es die Fachprofis und einige sehr enge Menschen die mir mehr glaube als ich mir selbst, aus einer frühkindlichen Traumatisierung entstanden. Ich kann es dir nicht sagen, da mein Gehirn mir diese Erinnerungen nicht preis gibt. DAVON wiederum, kann ich druchaus den ein oder andern Tag verrückt werden. Bin ich bisher aber nur 1x so richtig, da bin ich dann ein paar Jahr zu einer Therapeutin gerannt, die mich wieder erträglich gemacht hat. Also für mich, für andere war ich das wohl immer. Die Schauspielschule meines Lebens hat schon immer gute Dienste geleistet. Du verstehst nur Bahnhof? Ok, dann lies einfach ab und an meinen Blog, vielleicht wird es besser, vielleicht lustiger, ab und an auch traurig und sicher auch gefährlich für Meschen mit ACHTUNG TRIGGER Missbrauchserlebnissen, Gewalterlebnissen, Extremsituationen und Depressionen. Willkommen in meiner Welt. Mo

2 Kommentare zu „Mein Leben Teil II

  1. Ich wünsche Dir alle Kraft und Zeit geben der Welt, welche es benötigt damit Du Dir Dein Leben zurückeroberst, so wie es für Dich passend ist.

    Die Frage ist, musst Du denn das blühende Leben sein? Du bist einen heftigen Weg gegangen, da musst Du erstmal gar nichts. Es gibt kein ab dann und dann muss das durch sein und weg sein, es wird sicher nie weg sein, es ist ein Teil Deines Lebens, wird immer zu Dir gehören. Dinge die passiert sind lassen sich ja nicht wegwischen. Man lernt einen Umgang damit aber sie werden nicht verschwinden, sie werden einen irgendwie immer begleiten und sie machen einem ggf. auch einfach zu einem anderen Menschen, der man eben vorher nicht war. Wie sollte man vorher auch so gewesen sein, der Weg wurde ja vorher gar nicht beschritten, man hatte ja einfach irgendwie ein anderes Leben. Sich dessen bewusst zu sein echt schwierig, das anzuerkennen und anzunehmen, ebenso beschissen schwierig. Wenn es einem nicht gut geht dann hat man das Recht darauf auf sich auf zu passen, dann muss man nicht funktionieren und schon drei mal nicht irgendwelchen Erwartngen der Gesellschaft entsprechen oder den Erwartungen von Menschen entsprechen die gar nicht wissen wie es ist Dinge erlebt und mitgemacht zu haben. Ich hoffe es ist verständlich was ich meine. Pass gut auf Dich auf und alles Liebe! 😘

    Gefällt 1 Person

    1. Oh du schreibst mir immer so liebe und hilfreiche Worte. Dafür danke ich dir zu allererst einmal.
      Du hast es ja selber nicht einfach und dennoch nimmst du dir die Zeit! Danke
      Ja, ich gebe dir Recht, warum sollte ich das alte ICH herbeibeschwören? Das ist eine berechtigte Frage und da denke ich nun schon die ganze Zeit drüber nach. Ich werde es auf jeden Fall überdenken und eine Rückmeldung geben. 🙏🏼

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Holla die Waldfeen Antwort abbrechen